Astronomische Navigation

Screenshot der neuen Astronavigation auf dem Smartphone – kein Rechnen, kein Zeichnen, kein Schätzort und kein Suchen in Tabellenbüchern. Das präziseste Verfahren in der astronomischen Navigation überhaupt und erstmalig mit elektronischer Karte.

 

Links auf die Beiträge:

Die Sonne am Himmel
Standort ohne Standlinien
Mittagsbreite und Chronometerlänge
Der Gauß’sche Algorithmus
Thomas H. Sumner, Begründer der Standliniennavigation
Die Methode des Marcq Saint Hilaire
Navigationsprogramm mit Excel selbst gemacht
Die App Circle of Position Navigation
Ein wenig Sextantenkunde
Test Plastiksextant Marc 25

Die Historie der astronomischen Navigation zeigt, dass die Gelehrten schon vor mehr als 200 Jahren wussten, wie aus zwei Gestirnsbeobachtungen ein Standort bestimmt wird. Doch ohne Computer konnte dieses Wissen in der Praxis nicht verwendet werden. Seemacht und Seehandel nahmen im 19. Jahrhundert stark zu und so waren die Seefahrer gezwungen, selber nach alternativen Möglichkeiten zu suchen. Ein Handelskapitän und ein Seeoffizier fanden sie schließlich in grafischen Näherungsmethoden.

Die jüngste grafische Methode, von Fregattenkapitän Saint Hilaire aus dem Jahre 1875 ist zwar genial aber auch nur aus der Not heraus geboren, weil es keine Computer gab. Der einzige Ausweg damals waren grafische Lösungen auf Papier. Eigentlich ist es kaum zu glauben, dass so ein Verfahren immer noch das Non plus Ultra in der astronomischen Navigation sein soll. Und überhaupt – wie soll das alles noch funktionieren, nachdem das BSH den Vertrieb des Nautischen Jahrbuches eingestellt hat? Dagegen ist ein astronomischer Standort ganz leicht zu finden, wenn auf das ältere Wissen zurückgegriffen und dieses mit heutigen Mitteln umgesetzt wird.

Im Unterschied zu Satelliten können Gestirne keine Funksignale aussenden, mit denen sie einem Empfänger ihre Entfernung mitteilen. Ihre Entfernung zu einem Beobachterstandort muss deshalb mit einem Sextanten von der Erde aus gemessen werden. Weitere Unterschiede, außer in der Perfomance, gibt es nicht. Wir leben im 21. Jahrhundert. Aus zwei Gestirnshöhen, die mit einem Sextanten gemessen werden, kann ein Standort genauso unspektulär berechnet und sogar auf einer elektronischen Karte angezeigt werden, wie in der Satellitennavigation. Das geht zwar nur im Takt von Sextantenmessungen und nicht im Sekundentakt und auch die Genauigkeit muss anders bewertet werden. Doch gerade auf längeren Strecken oder in einem Notfall kommt es darauf gar nicht an. Wir sollten uns nicht mehr den Einschränkungen des 19. Jahrhunderts unterwerfen.