Generator

Die Zephir hat einen 10 kW Generator vom Typ Fischer Panda 10000i. Dieser ist kräftig genug, den Wasserboiler, die Waschmaschine, eine 2,2 kW Kochplatte oder auch eine Grillplatte im Cockpit und eventuell noch eine Kaffeemaschine gleichzeitig zu betreiben. Wenn die Klimaanlage in Betrieb ist, muß man sich mit der gleichzeitigen Nutzung all dieser Geräte ein wenig einschränken. Eigentlich sind die 10 kW Leistung auch nur für die Klimaanlage erforderlich. Diese ist jedoch kaum in Betrieb. Auf Ankerplätzen weht in der Regel genug Wind, der für ausreichende Kühlung sorgt und in Marinas gibt es Landstrom.

Die wichtigste Funktion des Generators ist das Nachladen der Batterien. Und hier gibt es eine unschöne Tatsache. Jede Bleibatterie sollte nur mit einem Strom in Ampere geladen werden, der zahlenmäßig 10% seiner Kapazität in Amperestunden entspicht. Eine 140 Ah Batterie sollte deshalb nur mit 14 A Strom geladen werden, wenn ihre Lebensdauer erhalten bleiben soll. AGM-Batterien sollen darin etwas unempfindlicher sein. Das bedeutet, dass jede Bleibatterie, egal wie hoch ihre Kapazität ist, bei einem 100%-igen Wirkungsgrad eine mindestens 10-stündige Ladezeit braucht.

Wenn eine Batteriebank durch diverse Kühlschränke, Navigationsgeräte, Autopilot und sonstiges täglich zu 50% entladen wird, dann muss der Generator täglich 5 Stunden in Betrieb sein, um diese Batterie wieder nachzuladen. Nehmen wir an, dass der Ladestrom des Ladegerätes 100 A bei einer Ladespannung (bulk) von 14,75 V beträgt. Dann ist die Ladeleistung 1,475 kW. Darüber lacht der Panda 10000i nur. Es ist also völlig unwirtschaftlich, nur für das Nachladen der Batterien einen derart leistungsstarken Generator zu haben, denn der Dieselverbrauch ist nicht gerade gering, auch wenn der Generator dabei fast im Leerlauf rattert.

Auf der Zephir gibt es als Dauerverbraucher 4 Kühleinrichtungen. Autopilot und Navigationselektronik sind nur bei Tag- und Nachtfahrten Dauerverbraucher. Alles Andere, wie Licht, TV, Haarfön, Kaffemaschine usw. sind weniger von Bedeutung. Der Wassermacher, ebenfalls ein 12 V-Gerät wurde bis zum Einbau eines 12 V Netzteils meist nur beim Lauf der Antriebsmaschine benutzt, er würde sonst den Ladestrom für die Batterien um etwa 30 A verringern. Hier wäre deshalb ein 230 V Gerät besser gewesen, denn das hätte der Panda locker nebenbei geschafft und bei 4 Stunden Panda täglich wären automatisch 240 Liter Wasser in den Tank gekommen, was für zwei Personen mehr als genug ist, auch wenn man täglich duscht.

Auf der Zephir muss der Panda täglich etwa 5 Stunden nur wegen der Batterien laufen. Genau in dieser Zeit werden dann auch die anderen Verbraucher wie Waschmaschine, Elektroboiler und Backautomat zum Brot backen benutzt und wenn gerade geankert wird, die Grillplatte im Cockpit für ein schmackhaftes Abendbrot. Alles andere wäre Energieverschwendung. Dabei wird beachtet, dass nur der Bulk-Ladestrom fließt. Sobald das Ladegerät kurz davor ist auf Absorption umzuschalten, wird der Panda ausgeschaltet, weil er dann wirklich nur im Leerlauf rattern würde.

Generator Einbau im Motorraum

Der Generator ist im Motorraum untergebracht und gut schallisoliert. Wenn man im Cockpitt sitzt und sich unterhält oder wenn das Boot in Fahrt ist, dann ist er so gut wie nicht zu hören. Er entnimmt Diesel aus Tank Nr. 1, was bedeutet, dass die Antriebsmaschine zuerst auf Tank Nr. 2 gefahren werden soll. Sollte nämlich zuerst Tank Nr. 1 leergefahren sein, dann kann zwar die Antriebsmaschine auf Tank 2 umgeschaltet werden. Für den Generator ist dann aber Feierabend, weil der Dieselvorrat nicht umgepumpt werden kann. Tank Nr. 1 befindet sich auf der Backbordseite. An dem Dreiwege-Umschalt Ventil ist Tank Nr. 1 allerdings auf der Steuerbordseite angegeben, was jedoch nur eine falsche Beschriftung ist. 

Schlussfolgernd kann gesagt werden, dass, wenn auf eine Klimaanlage verzichtet wird, ein Generator von etwa 4 kW auf diesem Schiff völlig ausreichend ist.

Nachträglich eingebautes Netzteil für den Wassermacher

Die Werft sollte weiter darüber nachdenken, nur 230 V Wassermacher einzubauen, wenn das Schiff mit einem Generator ausgestattet ist. Das würde die tägliche Generatorlaufzeit auf dem Ankerplatz, wenn Wasser produziert werden muss, erheblich verringern. Da dieses bei der Zephir versäumt wurde, habe ich jetzt ein 90/230 V/12 V; 62 A Netzteil (Cotek AK 1000) nachträglich installiert. Seine Ausgangsspannung läßt sich sogar etwas regulieren und ich habe sie auf 13 V eingestellt. Dieses nur 28,3 cm x 12,7 cm x 4,1 cm Teil reduziert die tägliche Laufzeit des Generators am Ankerplatz erheblich, wenn gleichzeitig Wasser produziert werden soll. Seine Anschaffungskosten von etwas weniger als 400 Euro werden sich wahrscheinlich bald amortisiert haben. Die reduzierte Inanspruchnahme des Generators senkt den Dieselverbrauch und verlängert seine Wartungsintervalle.

 

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