Querruder

Die Zephir hat ein Bugstrahlruder und ein Heckstrahlruder. Beide sind ausfahrbar, was den Fahrwiderstand vor allem aber das Betriebsgeräusch stark vermindert. Dadurch sind diese Teile mechanisch sehr viel anspruchsvoller als bei der konventionellen Durchbruchstechnik, aber auch anfälliger. Im Logbuch 2016 gibt es in den ersten zwei Beiträgen Erfahrungsberichte, die jedoch nicht allgemein gelten. Sie zeigen nur auf, was so alles passieren kann. Insgesamt musste das Schiff wegen Problemen mit dem Bugstrahlruder dreimal aus dem Wasser, das erste Mal gleich nach der Auslieferung durch die Werft, weil der Zulieferer Quick bei der Montage nicht sorgfältig genug war. Das Heckstrahlruder arbeitete bisher ohne Beanstandungen.

abgefallener Keil am Motor
Überraschung, die Feder war bei der Montage herausgefallen. das ganze Bugstrahlruder musste getauscht werden.

Trotz hoher Leistungen der Antriebe vorn und am Heck sind die Querruder nichts weiter als Hilfen bei ruhigen Wetterverhältnissen. Sie sind sehr praktisch beim seitlichen An- und Ablegen, beispielsweise an einer Tankstelle. Aber auch zum Manövrieren in eine Box oder bei Drehungen auf engstem Raum. Vorsicht ist geboten bei Mooringleinen. Die nach hinten zum Steg laufende Pilotleine kann schnell eingefangen werden und dann ist der Schaden groß. Bläst es kräftiger, sollte man sich auf die Unterstützung durch die Querruder nicht allzusehr verlassen. Dann nutzt man besser die Hebelwirkung von entsprechend ausgebrachten Leinen und lässt die Querruder in Ruhe. Das breite Heck der Hanse bietet dafür die besten Voraussetzungen und es gibt dazu recht wirksame Methoden.

Eingedrückte Klappe des Bugstrahlruders durch Seeschlag

Mit ausgefahrenen Querrudern darf nur langsam gefahren werden. Wenn diese nach Ablauf einer vorgegebenen Zeit selbständig wieder einfahren und der Strömungswiderstand ist in diesem Moment zu groß, dann blockiert die Steuerelektronik. In diesem Fall hilft nur noch das Aus- und wieder Einschalten des Batterie-Hauptschalters nach 5 Sekunden, um mit den Querrudern wieder manövrierfähig zu sein.

Ausfahrbare Querruder verringern den Fahrwiderstand, so dass man eine höhere Geschwindigkeit von vielleicht einem viertel Knoten erreichen kann. Das kann bei Rennbooten in Regattafahrten schon wichtig sein. Aber ehrlich, was soll das bei normalen Fahrtenyachten. Da ist Zuverlässigkeit gefragt und diese Dinger sind nicht zuverlässig. Das vorstehende Bild zeigt, was bei starkem Seegang passieren kann, wenn das Boot mal kräftig einsetzt. Ausfahrbare Bug- und Heckstrahlruder sind in Fahrtenyachten meiner Meinung nach kompletter Unsinn. Ihr einziger Vorteil dort ist die geringere Lautstärke, die sie machen.

Übrigens, an der Zephir muss jetzt die Klappe zum zweitenmal gewechselt werden. Sie ist aus irgendeinem Grund gebrochen und wieder eingedrückt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.