Sicherheitsausrüstung

 

Saety first,

das muss immer gelten. Also nie bei unsicherem Wetter losfahren und wenn man draußen überrascht werden sollte, ohne Zögern umsichtig handeln. So z. B. bei einem aufziehenden Gewitter die Segel runter, alle Luken verschließen, klar Schiff machen, Sicherheitsgurte anlegen und Personen die nicht gebraucht werden unter Deck schicken. Das ist schon mal die halbe Miete.

Für den Fall, dass es dicker kommt sind ausreichend Rettungsmittel an Bord. Für jede Person steht eine Rettungsweste zur Verfügung, die mit einem automatischen AIS-Sender ausgestattet ist. Dieser kommt beim Aufblasen der Weste frei und sendet seinen Standort, der dann auf einem Kartenplotter erscheint. Bevor dieser kleine Sender in die Weste eingebaut wird, muss er an einem PC programmiert werden, wobei die MMSI eingeschrieben wird. Viel wichtiger als die Rettungsweste ist jedoch der Sicherheitsgurt. Dieser wird am D-Ring der Weste eingehakt und zu einem Befestigungspunkt am Schiff geführt. Beides zusammen, Rettungsweste und Sicherheitsgurt ergeben erst eine größere Sicherheit. Manchmal muss der Gurt jedoch ausgehakt werden, um an eine weiter entfernt liegende Stelle gelangen zu können. Dadurch entledigt man sich aber des wichtigsten Sicherheitstools überhaupt und eine feste Verbindung zum Schiff sollte so schnell wie möglich wiederhergestellt werden. Es ist für jeden eine Horrorvorstellung, zur Wachablösung ins Cockpit zu gehen und niemanden mehr vorzufinden. 

Für den Fall, dass trotzdem jemand über Bord fällt, sind am Heckkorb eine aufblasbare Rettungsboje und in einem Tornister eine Rettungsschlaufe untergebracht. Beides müsste dann sofort mit über Bord gehen und – warum nicht – auch die Rettungsinsel. Eine zusätzliche Wurfleine befindet sich unter dem Steuermannssitz. Doch dann gilt es den Verunglückten wieder an Bord zu holen. Für den Fall, dass sich überhaupt niemand an Bord befinden sollte gibt es hinten am Heck der Hanse eine Not-Strickleiter. Ohne diese wäre es nämlich unmöglich wieder an Bord zu gelangen. Doch das wäre ein Sonderfall und nur bei absolut ruhigem Wetter machbar.

Wie ein Manöver ablaufen kann, eine im Wasser treibende Person wieder an Bord zu nehmen, ist x-mal beschrieben und auch schon x-mal praktisch vorgeführt bzw. in Videos demonstriert worden. Doch immer nur in ruhigem Wasser wo sowieso kaum einer über Bord geht. Bei einem ausgewachsenem Sturm kann das schon eher passieren und sowas kann wohl aus Sicherheitsgründen nicht geprobt werden.

Wie bekommt man jemand bei Sturm und heftigem Wellengang wieder an Bord? Eine Badeplattform dürfte ausscheiden, die schlägt den über Bord gegangenen eher tot. Wie die Fahr- und Segelmanöver abzulaufen haben, braucht hier nicht weiter erklärt werden, das weiß im Ernstfall jeder Steuermann selbst. Das Erste und Wichtigste danach dürfte die Schaffung einer Leinenverbindung sein. Ist diese hergestellt, was eigentlich nur unter Mitwirkung des Verunglückten geschehen kann, dann muss der Betroffene mit einem Kran an Bord gehoben werden. Dazu gibt es auf der Zephir den Mastlift von SWI-TEC, der an der Baumnock befestigt Lasten von über 100 kg aus dem Wasser heben kann. Mit dem Bullenstander kann der Baum dazu in jeder Lage fixiert und in jede Stellung geschwenkt werden. Alternativ kann man sich auch das Spifall als Kran vorstellen.

Auf der Zephir befindet sich eine 6-Personen Carbon Rettungsinsel. Diese hat ein deutlich geringeres Gewicht als übliche Rettungsinseln, ist aber leider auch teurer. In einem wasserdichten Koffer, der im Notfall mit auf die Rettungsinsel genommen werden muss befinden sich neben allen persönlichen Dokumenten außerdem eine EPIRB-Rettungsboje, ein Handfunksprechgerät, Ersatzbatterien und ein von Hand zu betreibender Watermaker.

Ein Brand an Bord ist so ziemlich das Schlimmste was passieren kann. Deshalb wurden an allen möglichen Stellen Feuerlöscher platziert. Schaumlöscher befinden sich in jeder Kabine, in der Nähe der Pantry und am Niedergang. Letzterer ist vom Cockpit aus gut erreichbar. Ein Kohlendioxidlöscher zur Bekämpfung eines Feuers im Maschinenraum befindet sich in der hinteren Backbordkammer. Es gilt immer, einen Brand so schnell wie möglich nach seiner Entstehung zu bekämpfen. Sollte GFK Feuer fangen, was man am Geruch erkennen kann, dann sind weitere Löschversuche in den meisten Fällen erfolglos. Das Schiff sollte dann eiligst verlassen werden.

Natürlich nutzen Rettungsmittel nur, wenn sie auch benutzt werden können. Daher wird immer dann, wenn Gäste an Bord kommen eine Einweisung durchgeführt, damit jeder den Standort und den Gebrauch der Rettungsmittel kennenlernt.

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