Wieder in Spanien

Wenn man Westküste und Südküste Portugals passiert hat gelangt man wieder an Spaniens Küsten. Wir machten den Sprung von Vilamoura direkt in die Bucht von Cadiz.

Cadiz

10.9.2016
Vor Abfahrt aus Vilamoura wurde nochmal der Fäkalientank gespült und ausgepumpt. Die Spülmaschinenzusätze haben nichts bewirkt, leider.
Um halb sechs am Abend ging es in See Richtung Cadiz. Die Nachtwache wurde im Dreistunden-Rhythmus gewechselt. Anfangs war die Fahrt mit Westwind der Stärken 4 bis 5 recht rasant. In der Nacht ließ der Wind dann nach, so dass die Maschine gestartet werden musste.

11.9.2016
In den ersten Stunden des neuen Tages frischte der Wind auf. Er kam aus Norden und war stark genug zum Segeln, bis auch dieser Wind nach wenigen Stunden wieder verschwand. Beim Hellwerden hatten wir nur noch schwachen Südwind.
Welche Marina in der Bucht von Cadiz sollten wir nun anlaufen? Wir hatten mehrfach schon den Namen Puerto Sherry gehört, also nahmen wir Kurs darauf. An der Einfahrt zur Marina, backbordseitig am Wellenbrecher mit einem Leuchtturm drauf, befindet sich ein Rezeptionssteg. Doch niemand erschien, um die Leinen anzunehmen. Wir waren schon verwöhnt. Also fuhren wir direkt in die Marina hinein.

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Einfahrt in die Puerto Sherry Marina mit Rezeptionssteg, im Hintergrund Investruinen

An den vorderen Fingerstegen war Platz und wir legten an. Die Elektroanschlüsse auf den Stegen waren allerdings so dick dimensioniert, dass selbst unser größter Adapter nicht passte. Dann wollten wir zum Marina-Office. An Land wollte man uns tatsächlich zum Leuchtturm auf dem Wellenbrecher schicken, dort wo der Rezeptionssteg ist. Wir gingen zunächst los, an zahlreiche Lokalitäten vorbei, in denen sich jedoch kein Gast aufhielt. Kein Vergleich mit Vilamoura in Portugal, irgendwie tote Hose hier und das zur Mittagszeit. Wir drehten um. Zweieinhalb Kilometer laufen um eine Nacht in einer gerade nicht einladenden und dazu noch teuren Marina zu verbringen, nein danke. Wir legten ab und ankerten vor dem Strand, der direkt östlich vor der Marina liegt. Hier war es hübsch. Baden bei 30 Grad Wassertemperatur, Caipirinha, Eiskrem mit Früchten und ein selbstgemachter Sundowner waren die bessere Alternative.

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Ankern direkt östlich der Puerto Sherry Marina

Nach Süden

12.9.2016
Morgens um 7 Uhr wurde der Anker gelichtet. Wind gab‘s nicht, also mit Maschine raus aus der Bucht. Mittags kam dann endlich Westwind mit 16 bis 20 Knoten. Segel setzen, Motor aus und ab ging’s mit 9 Knoten Fahrt. Aber nur eine viertel Stunde lang dann kam der Wind plötzlich aus Süd, also genau von vorn. Segel weg und Maschine an. Irgendwann werden wir schon am Kap Trafalgar ankommen und den Kurs auf Südost ändern müssen. Dann könnte man wieder Segeln, allerdings hoch am Wind. Dieser wurde inzwischen immer stärker und der Seegang auch. Er war sehr stukig und das Boot setzte häufig stark ein. Ich machte mir Sorgen um die reparierte Bugklappe. Beim Erklimmen eines Wellenberges ging der Bug steil in den Himmel hinauf um dann ins nächste Wellental abzurauschen, wobei er immer eine gehörige Menge Wasser schöpfte. Der Windmesser gab Alarm, als Windstärke 8 erreicht wurde. Die eingestellte Motordrehzahl von 1350 /min genügt in ruhigem Wasser für mehr als 6 Knoten Fahrt. Auf dem aktuellen Kurs schwankte die Geschwindigkeit jedoch zwischen 2 und 4 Knoten. Diese Fahrt kann also lang werden.
Kap Trafalgar war erreicht und der neue Kurs war Süd Südost. Segeln ging trotzdem nicht, denn der Wind drehte ebenfalls auf Süd Südost. Zu allem Pech gab jetzt auch die elektrische Toilette ihren Geist auf und damit war gar keine Toilette mehr funktionsfähig. Geht jetzt das Eimersch… los? Der 13. ist doch erst morgen.
Es wurde gerade dunkel, als wir den westlichen Ankerplatz vor Tarifa erreichten und den Anker zwischen drei weiteren Booten fallen lassen konnten.

Insel vor Tarifa mit Straßendamm zum Festland
Insel vor Tarifa, ein Straßendamm führt zum Festland

Gibraltar

13.9.2016
Um 2 Uhr weckte uns heftiger Seegang. Ein Blick nach draußen verschaffte Gewissheit. Ursprünglich ankerten wir mit dem Bug zum Strand, nun aber war das Heck zum Strand ausgerichtet und wir waren den Rollern des Atlantiks gnadenlos ausgesetzt. Im Mondlicht war deutlich zu sehen, dass auch die anderen Schiffe heftig herumtanzten. Ihre Ankerlichter am Masttop beschrieben die wildesten Kurven. Schnell war der Entschluss gefasst, zum östlichen Ankerplatz zu wechseln. Also Anker auf, herum um die kleine Insel, die mit einem künstlichen Damm mit dem Festland verbunden ist und Anker wieder fallen lassen. Dann konnte endlich wieder geschlafen werden.
Um 7 Uhr machte es tööt tööt tööt. Sind wir etwa gemeint? Tatsächlich war es der Hafenkapitän von Tarifa mit seiner Barkasse. In Unterhose im Cockpit stehend wurde ich belehrt, dass das Ankern an dieser Stelle verboten ist, ich solle Anker auf gehen und entweder in den Hafen oder sonst wohin fahren. Sowohl im REEDS als auch auf allen meinen Seekarten war an dieser Stelle ein Anker eingezeichnet. Tatsächlich kam bald darauf eine Katamaranfähre, die alle 35 Minuten zwischen dem etwa 20 km entfernten Tanger in Marokko und Tarifa pendelt. Wir frühstückten schnell noch etwas, lichteten den Anker und nahmen Kurs durch die Straße von Gibraltar in die Bucht von Gibraltar und waren damit im Mittelmeer. Es ist schon ein bemerkenswerter Ort, denn er trennt Afrika von Europa und den Atlantik vom Mittelmeer.

Meerenge von Gibraltar; rechts Europa, links Afrika, Horizont Atlantik
Meerenge von Gibraltar vom Mittelmeer aus gesehen; rechts Europa, links Afrika, geradeaus Atlantik
Felsen
Gibraltar der Felsen
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Ankern hinter dem Felsen

Wir suchten einen Ankerplatz, denn ich musste unbedingt eine der Bordtoiletten funktionsfähig machen. Dazu wollten wir keine Marina anlaufen, denn wer weiß, was wir dann den Nachbarbooten zumuten würden. Die verstopfte achterliche Toilette war inzwischen aus Notfallgründen benutzt worden, der Tank enthielt also wieder ein wenig von seinem unangenehmen Inhalt und keine Marina in der näheren Umgebung hatte das Equipment um es auszupumpen.
Mit Bordmitteln wurde zunächst eine handbetriebene Abpumpvorrichtung für den Fäkalientank gebastelt, die überraschend gut funktionierte. Das nächste Problem bestand darin, den Auslassschlauch am unteren Ende vom Fäkalientank abzubekommen, was sich bei knapp 28 Grad als sehr schweißtreibend herausstellte und nur nach Erwärmung mit einem Brenner gelang. Der Behälterauslass war nicht verstopft, der dicke 1  1/2 Zoll Schlauch stand jedoch bis oben voll mit Jauche. Also ist die Verstopfung einen halben Meter tiefer am Ventil zu suchen. Nochmal Brenner an und den Schlauch unten am 90°-Krümmer vor dem Ventil abnehmen. Der Schweiß lief über die Augen, als das geschafft war, mit Sauerei inklusive. Vor dem Krümmer wurde eine Kunststoffkappe gefunden, wie sie als Abdeckung von Sprühköpfen an Sprayflaschen verwendet wird. Gemeinsam mit Papierresten hatte sie den Durchlass total versperrt.

Verstopfungsursache gefunden
Verstopfungsursache gefunden

Die Kappe muss unbemerkt in die Toilette gefallen sein und wurde in den Tank gepumpt. Jedenfalls stand jetzt – nach 6 Stunden Arbeitszeit – wieder eine funktionsfähige Bordtoilette zur Verfügung.

Costa del Sol

14.9.2016
Morgens bei Sonnenaufgang ging es weiter mit Kurs an der 300 km langen Costa del Sol entlang (Provinz Malaga). Ziel war die Marina Fuengirola. Es ging los mit frischem Wind aus West. Noch in der Bucht von Gibraltar wurden zwischen zahlreichen ankernden Pötten die Segel gesetzt. Aus der Bucht heraus war halber Wind, nach Kurswechsel auf Nordost fiel er raumschots ein. Die Fahrt war zügig mit durchweg 8 bis 11 Knoten Geschwindigkeit. Kurz vor dem Ziel spielte der Wind verrückt. Erst totale Flaute und dann wechselte er urplötzlich, kam mal von vorn und dann wieder von hinten. Zweimal schlug das Großsegel Back. Was für ein Glück, dass wir einen Bullenstander hatten. Die wilden Windwecksel erklärte ich mir von den vor uns liegenden Bergen, an deren Hängen die Luftmassen herunterrutschen, so wie Schneelawinen in den Alpen und den Wind der Großwetterlage durcheinanderwirbeln können.

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Fuengirola an der Costa del Sol
Marina Fuengirola
Marina Fuengirola

fuengirola  kutschen

In der Marina Einfahrt gab es einen Rezeptionssteg. Ein Mann näherte sich, um die Leinen anzunehmen. Der Wind war frisch und ablandig. Anlegen ging gut mit dem Heck an die Pier, Steuerbord-Achterleine an einen Poller und dann mit Vorwärtsgang das Schiff steuerbords an die Pier drücken. Die Verständigung für dieses Manöver mit dem Helfer klappte nach kurzer Zeit. Die Prozedur im Hafenbüro war dann wieder dieselbe, Schiffspapiere, Versicherungsnachweise und Pässe. Zu unserer Überraschung sprach der Hafenmeister ein gut verständliches Deutsch. Einen neuen Liegeplatz gab es nicht, dafür war das Schiff zu groß für die Marina, also mussten wir am Rezeptionssteg liegenbleiben.

Nach einer guten Mahlzeit an Land in einem der zahlreichen Lokale direkt an der Pier der Marina, eines hieß sogar „KU’DAMM berlin“ und einem kurzen Einkaufstripp ließen wir den Tag an Bord zu Ende gehen.

15.9.2016
Die Vorräte mussten aufgefrischt werden. Der Weg führte an dem Kutschenplatz vorbei und da entstand spontan der Gedanke, eine Rundfahrt zu machen. Sie kostete 50,00 Euro und dauerte eine Stunde. Es hat sich gelohnt, weil es viel mehr zu sehen gab als wenn man zu Fuß nur eine Stunde unterwegs ist. Danach folgten Essen, Einkaufen und die Einnahme von Drinks in einer der vielen kleinen Bars am Strassenrand.

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Eine Stunde Kutschfahrt
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Stierkampfarena

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16.9.2016
Das nächste Ziel war Motril, nur etwa 50 sm weiter östlich und sollte als bequeme Tagestour zu schaffen sein. Zunächst wurde in der Marina Fuengirola noch getankt. Es waren nur etwa 150 l, aber die Tanks sollten sobald sich die Gelegenheit bot immer gefüllt werden. Gesegelt werden konnten nur etwa 10 sm vor dem Wind. Dann drehte der Wind rechts und der Kurs ging immer mehr auf See hinaus, denn der Autopilot stand auf Windsteuerung. Außerdem flaute der Wind auch noch ab. Die Maschine musste gestartet werden. Am Abend wurde vor dem Strand von Almunecar ein paar Seemeilen vor Motril geankert.

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Ankern vor dem Strand

17.9.2016
Am Morgen des nächsten Tages ging es weiter zum Cabo de Gata. Diese Strecke war länger, nämlich 74 sm. Bei 10 Knoten Wind aus Nord wurden Segel gesetzt. Kaum war das erledigt drehte der Wind auf West und flaute völlig ab. So musste auch diese Strecke unter Maschine zurückgelegt werden. Der Ankergrund am Kap war sehr gut, der Anker griff sofort und ließ sich gut einfahren. Wir lagen dicht am Felsen mit zwei anderen Schiffen.

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Ankerplatz an der Westseite vor dem Kap
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Cabo de Gato von der Ostseite am Morgen

Costa Cálida

18.9.2016
Nach Aguilas ging es etwa 65 Meilen weiter in Richtung Nordost. Die Fahrt war genauso langweilig wie an den Tagen zuvor. Bei Windstärken von 0 bis 1 war der Fahrtwind die einzige Abkühlung. Nur einmal hat ein ganz klein bisschen Wind zum Segelsetzen verleitet, doch er war zu schwach und brachte nicht den richtigen Druck ins Tuch, so dass die Segel in der schwachen Dünung nur schlugen und die Fahrt auf weniger als 2 Knoten herunterging. Was half’s, die Maschine musste wieder her. Wenn die Maschine lief konnte der Wassermacher in Betrieb genommen werden. Das Wasser im Mittelmeer zeigte sich bedeutend klarer als im Atlantik an der Westküste Portugals. Das Planktonfilter hielt hier etwa 6 Stunden durch, ohne dass es gereinigt werden musste. An Portugals Küste waren es nur 3 Stunden.

In Aguilas wurde zwischen anderen Booten im Vorhafen der kleinen Marina auf vier Meter Tiefe geankert. Beim ersten Versuch slippte der Anker wohl 100 m weit. Als er endlich griff waren wir zu nah an einem anderen Segler und der war damit nicht einverstanden. Ich holte den Anker wieder hoch und sah die Bescherung. Er hatte eine alte dicke und schon fast zu Stein gewordene Leine erwischt, die das Eingraben verhindert hat. Beim Versuch die Leine zu kappen brach die Messerklinge. Mit dem Diabolo-Bootshaken konnte der Anker schließlich klariert werden. Beim zweiten Ankeranlauf hat dann alles geklappt.

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Ankerplatz in Aguilas

Als am nächsten Morgen der Anker gelichtet wurde war es total windstill und die Sonne schien. Man konnte in dem kristallklaren Wasser bis auf den 4 Meter tiefen Grund sehen. Dieser war leicht mit Seegras bewachsen, in dem die Ankerkette einem großen Kreisbogen und ein paar Schlängellinien bis zum Anker beschrieb, der nur wenige Meter neben dem Steuerbordbug lag. Das Lichten des Ankers war dann auch ganz einfach und in Gänze mit dem Auge zu verfolgen.

19.9.2016
Wieder kein Wind. Der Wetterbericht machte auch keine Hoffnung darauf. Es musste aber weitergehen. Das Tagesziel war Cartagena und die Etappe war diesmal nur 30 Seemeilen lang.

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Ankernde Frachter vor Cartagena

Um 15 Uhr waren wir da. Während der ganzen Fahrt blieb der Wind unter 5 Knoten. Beim Anlegen ging es jedoch los mit 12 Knoten und dann bis in den Abend hinein mit bis zu 18 Knoten. Ein Schlechtwettergebiet zog über Cartagena hinweg.

Nach der Anmeldung im Marinabüro gingen wir in die Stadt und waren enttäuscht über deren Zustand. Keine Geschäfte oder verrammelte Schaufenster. Die Wirtschaftskrise, die Spanien getroffen hatte zeigte ihre Spuren. Eine Stadt wie Cartagena mit über 200 000 Einwohnern muss aber auch Besseres bieten können und ich fand eine Seite im Internet, die uns sagte, dass wir in der falschen Richtung nach Osten unterwegs gewesen waren.

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Ansteuerung von Cartagena

20.9.2016
Die Nacht blieb ruhig bis 7 Uhr morgens. Dann wurde es laut. Der Lärm kam von Arbeitsgeräuschen her, denn in der Marina wird eine neue Pier gebaut. Außerdem meldete sich der Wind mit zunehmendem Geheul in den Rigs der umliegenden Boote. Wir hatten keinen günstigen Liegeplatz, weil für unsere Bootsgröße im Innern der Marina kein Platz war und so verursachte der Schwell ein ständiges Klatschen von unten gegen unser Heck. Auch der Schwimmsteg quietschte und rummste gegen seine Rohrdalben. Der Himmel war dunkel und bedeckt, zudem war es recht frisch  und das an der Costa Cálida, was so viel wie warme Küste bedeutet.

Während des Frühstücks klopfte es gegen die Bordwand. Ein Polizist stand draussen und wollte unsere Pässe sehen. Ich reichte sie Ihm und er machte sich einige Notizen. Das war dann auch schon alles und er verabschiedete sich wieder ohne weitere Erklärung.

Wir gingen dann in die Stadt. Diesmal jedoch in die westliche Richtung. Hier war dann tatsächlich mehr los.

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Einkaufsstraße in Cartagena
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Cartagena

Costa Blanca

21.9.2016
Das nächste Etappenziel war Torrevieja, das bereits in der Provinz Alicante liegt. Wind gab es überhaupt keinen und so fuhren wir als Motorboot mit Mast. Die Küste dieser Provinz ist auch als Costa Blanca, die weiße Küste, bekannt und erstreckt sich bis nach Denia. Die Costa Blanca ist touristisch am weitesten erschlossen. An Bord waren genug Vorräte und so sparten wir uns die Prozedur im Marina-Office und gingen vor Anker. Das Dinghi wurde klargemacht, um an Land ein Restaurant aufzusuchen. In der Stadt selbst war wenig los und so wählten wir ein Lokal auf dem Marinagelände. Auf der Rückfahrt zum Schiff bemerkten wir mitten auf der großen Wasserfläche ein kleines Boot, aus dem heraus ein Mann winkte und wir fuhren hin. „My motor is broken“, sagte er. Wir schleppten Ihn an seinen Steg. Er hätte wahrscheinlich lange auf dem Wasser ausharren müssen, denn es herrschte überhaupt kein Verkehr mehr und dunkelte bereits. Das Dinghi wurde verstaut und wir gingen zu Bett. Die ganze Nacht über war im Schiff ein seltsames Knistern zu hören, dessen Herkunft nicht klar war.

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Marina Torrevieja vom Ankerplatz aus gesehen

22.9.2016
Vor Sonnenaufgang war es vollkommen neblig. Das ganze Schiff triefte förmlich von Kondenswasser. Das hatten wir zuletzt an der Westküste Portugals. Als der Anker einlief war sein Schaft handwarm. Offenbar rühren sowohl die seltsamen Knistergeräusche als auch der starke Nebel von dem übermäßig warmen Wasser.

Die Fahrt nach Alicante, der Hauptstadt der gleichnahmigen Provinz dauerte nur fünf Stunden. Natürlich auch wieder eine Fahrt als Motorboot, denn der Wind blieb weiterhin aus und das vorhandene schwache Lüftchen von 5 Knoten kam, wie sollte es anders sein, von vorne. Um 14 Uhr waren alle Formalitäten erledigt und das Schiff lag an seinem Platz in der Marina Alicante, der für ein Jahr gebucht ist.

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Marina Alicante, Rezeption und Wartesteg
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Festgemacht

 

Eigentlich sollte die Fahrt noch bis Denia gehen, doch dafür war nicht mehr genügend Zeit, weil wir wegen dringender Angelegenheiten nach Deutschland zurück mussten. Alicante besitzt einen Flughafen, von dem aus Flüge direkt nach Hamburg gehen.

Es wurde entschieden noch ein paar Tage in Alicante zu bleiben. In dieser Zeit sollten die vorhandenen Mooringleinen gewechselt werden. Sie waren 40 mm dick, dreckig und viel zu schwer für eine Bordfrau. Außerdem musste das Boot für eine mehrwöchige Abwesenheit aufgeklart werden. Eine Liste fehlender Dinge, die beim nächsten Besuch mitgebracht werden müssen wurde angefertigt.

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